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Corona? Lass uns reden!

Autor

Martin Weiss

Datum

21 November 2021

Kategorien

Lange Zeit habe ich mich nicht zu Corona geäußert. Ich weiß.

Und dabei hätte ich es auch belassen. Aber gerade passiert etwas, das mich beunruhigt. Stichworte: Triage. Und Impfzwang (wie in Österreich angekündigt).

Und darum möchte ich Dich, möchte ich Euch zum Dialog einladen: Wie geht es Dir mit der Corona-Geschichte? Was bewegt Dich dabei? Wovor hast Du eventuell Angst? Was wünschst Du Dir?

Bevor Du Dich unten äußerst (und dazu lade ich Dich wirklich herzlich ein), gib mir bitte noch 2 bis 3 Minuten Deiner Zeit. Denn ich will keinen Streit. Davon gibt es schon genug im Netz. Sondern es geht mir darum, dass wir einander wieder besser zuhören.

Gerade jetzt, denn der Ruf nach Impfzwang pumpt meines Erachtens riesige Ölfontänen in ein Feuer, das bereits flächendeckend überall lodert – wie vor ein paar Tagen in Rotterdam geschehen. Es wird dringend Zeit, dass wir ihn löschen.

Das geht nicht über ein weiteres Aufrüsten der Argumente und Waffen. Sondern nur, in dem wir uns zuhören, um gemeinsam nach Lösungen suchen.

Ich bin, um das gleich zu sagen, ein Impfbefürworter. Aber ich bin kein Impfgegner-Gegner.  

Warum?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis tummeln sich beide Lager. Sogar in meinen engsten Beziehungen. Meine vorherige Freundin war und ist Gegnerin (»Das 2G-Geschisse geht mir auf die Nerven«). Meine jetzige Liebste ist Befürworterin.

Ich kenne also beide Seiten der Medaille, und ich schätze und respektiere die eine wie die andere.

Aber das war nicht immer so. Bis in den Februar hinein hatte ich wenig Verständnis für Verschwörungstheorien á la: »Bill Gates will Microbots in unseren Körper schießen, um uns alle gefügig zu machen«. Das ist in meinen Augen Bullshit. Aber selbst für die harmlose Variante der Impfgegner (»Corona gibt es nicht« oder »gibt es wohl, ist aber nicht so schlimm«) hegte ich eine Zeit lang wenig Empathie.

Grund: In meinem Bekanntenkreis gab es Fälle von Corona, die überaus heftig waren. Eine gute Freundin erzählte mir bereits Anfangs des Jahres, dass sie noch nie so viel Schmerz empfunden habe wie bei Corona. Eine andere litt drei Wochen lang an schwerem Fieber und schrieb mir in einer Whatsapp: »Den 2. Tag fieberfrei. Schwach, Atemnot bei geringster Bewegung, und kalte Schweissausbrüche, aber sonst… am Leben.« Ein britischer Kollege schließlich leidet an Long-Covid und war letztes Jahr über 6 Monate lang arbeitsunfähig. 

Die Bilder von den Intensivstationen sind keine Fake News. Sondern Fakt.

Corona existiert. Und Corona ist scheiße.

Und doch kann ich die Einwände der Impfgegner nachvollziehen. Niemand weiß, was die Impfung langfristig bewirkt. Mag sein, dass sich Probleme bei Impfungen eigentlich schnell zeigen müssten, aber wer kann sich in der aktuellen Situation wirklich sicher sein, dass die Impfung sicher ist? Die Medizingeschichte ist voll von Beispielen, in denen sich Heilungsmethoden als Irrwege heraus gestellt haben.

Nimm zum Beispiel mein Schlaganfall Anfang August. Es gab einige Leute, die mich fragten, ob es mit meiner AstraZeneka Impfung zusammenhängen könnte. Selbst ich habe das damals die Ärzte gefragt. Sie wussten es nicht. Woher auch? (Und bevor dazu hier eine Debatte ausbricht: Ich würde den Schlaganfall nur zu gerne auf die Impfung schieben. Aber leider ändert das gar nichts an den Fakten: Zuwenig Sport, zuviel Gewicht. Mein Blutdruck zu hoch, die Blutfettwerte zu schlecht.)

Niemand kann die Langzeiteffekte wirklich einschätzen, denn dazu braucht es Langzeitstudien – und die liegen de facto nicht vor. Wie auch?

Wer sich impfen lässt, hat also unterm Strich lediglich Vertrauen (und kein wissenschaftlich validiertes Wissen), dass die Leute, die den Impfstoff entwickelt haben, wissen, was sie tun. 

Ich vertraue. Und darum werde ich mir auch die Booster-Impfung spritzen lassen. Aber dass ich deswegen Impfgegner anfeinde oder verurteile, steht mir nicht zu. Jeder muss das Recht haben, über seinen Körper selbst bestimmen zu können. Und ob meine Entscheidung richtig oder falsch ist, wird sich noch erweisen. Aber so ist das Leben. Man wird oft erst im Nachhinein klug. Die wichtigen Entscheidungen verlangt es trotzdem vorher ab.

Und jetzt schlittern wir gerade in eine Phase, die meines Erachtens brandgefährlich ist. Was geschieht, wenn die Ärzte tatsächlich schwerverletzte oder -erkrankte Menschen unbehandelt oder gar sterben lassen müssen, weil die Versorgung nicht mehr ausreicht? Und was wird passieren, wenn Menschen gegen ihren Willen geimpft werden? 

Beides wäre ein Bruch eines ungeschriebenen Gesellschaftsvertrags: Wir sind füreinander da. Und jeder ist frei, über sein Leben zu entscheiden.

Vielleicht kommt ja alles nicht so schlimm. Aber momentan sieht es (noch) nicht nach Entwarnung aus. Ich habe viel mehr den Eindruck, dass gerade die Messer gewetzt werden.

Der einzige Weg da raus geht meines Erachtens nur über eine respektvolle und für beide Seiten wertschätzende Verständigung – um gemeinsam (!) eine Lösung zu finden. Welche Maßnahmen können wir ergreifen, die einerseits die Gesundheit (und die Rechte) aller Menschen schützt und die andererseits für beide Seiten akzeptabel sind?

Vera F. Birkenbihl hat den Begriff »Zweinigung« geprägt (danke für den Tipp, Annemarie). Man ist ganz anderer Meinung als der Andere, aber man hält trotzdem zusammen.

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Und zu genau dieser Diskussion lade ich Dich hier ein, und ich bin gespannt, ob wir es schaffen, uns hier offen, ehrlich und wertschätzend auszutauschen.

Hier sind meine Fragen an Dich und an Euch alle:

Wie geht es Dir mit der Corona-Geschichte? 

Was bewegt Dich dabei? 

Wovor hast Du eventuell Angst? 

Was wünschst Du Dir?

Welche Lösungen siehst Du?

Und; Was kannst Du an der anderen Seite schätzen – auch wenn Du bei Deiner Meinung bleibst?

113 Kommentare

  1. B. Katharina

    Ein sehr achtsamer, weiser Beitrag Dankeschön !

    Antworten
    • Tobias Hauser

      Das freut mich. Danke Katharina!

  2. Björn

    Lieber Martin,
    ich finde deine Haltung zu dem Thema super und würde mir wünschen, dass alle so respekt- und verständnisvoll miteinander umgehen würden – leider ist gerade das genaue Gegenteil zu beobachten, und das ist einer der Dinge, die mir Sorge bereiten.
    Um es gleich zu sagen – ich selbst bin „Impfgegner“. Ich setze das in Anführungszeichen, da ich schon die Wortwahl manipulativ finde und ich auch nicht generell gegen das Impfen bin, sondern lediglich arge Zweifel an den derzeit verabreichten Stoffen habe. Fakt ist, dass es viele, zum Teil schwere, Nebenwirkungen und Todesfälle durch die Impfungen gibt – ich persönlich kenne zwei Menschen, die an den Folgen der Impfung verstorben sind. Natürlich ist auch eine Infektion mit Corona für viele nicht lustig, das leugne ich nicht, doch kann eine Impfentscheidung auf dem derzeitigen Stand meiner Meinung nach nur auf einer Risikoabwägung jedes Einzelnen basieren und muss daher eine persönliche Entscheidung bleiben!
    Was mir wirklich Sorgen bereitet, ist die Art und Weise, wie derzeit damit umgegangen wird. Jeder kann sehen, dass sich die Gesellschaft spaltet, und das wird zumindest billigend in Kauf genommen. Impfgegner werden pauschal zu Sündenböcken der Gesellschaft gemacht, ihnen wird suggeriert, sie seien Schuld am Tod anderer Menschen, während sie alle in die Schublade rechtsradikaler Soziapathen geschoben werden. Die Realität sieht aber nunmal anders aus, und noch nie hat eine solche Schwarz-Weiß-Malerei ein akkurates Bild der Welt wiedergegeben. Gleichzeitig werden real existierende Impfschäden nicht an die große Glocke gehangen, damit ein mögliches Verständnis für die Sicht und Argumente der so genannten „Impfverweigerer“ (das Wort impliziert ja schon einen negativen Touch) gleich im Keime erstickt wird.
    Seit nunmehr fast zwei Jahren sehe ich in zunehmendem Maße, wie Grundrechte praktisch über Nacht außer Kraft gesetzt werden, Menschen gegeneinander aufgebracht werden, die freie Meinungsäußerung zensiert wird, Leute für ihre (friedlich geäußerte) Ansicht diffamiert, beschimpft und ausgegrenzt werden, und gezielt gesteuert wird, welche Infos sich verbreiten und welche nicht. Ich finde es erschreckend und beunruhigend, in welch kurzer Zeit und in welchem Ausmaß dies geschieht – noch vor 2 Jahren hätte ich nie im Leben für möglich gehalten, dass dies in unserem Land überhaupt noch passieren kann. Sogar Familien, Freunde, Beziehungen etc. brechen darüber auseinander, mir fehlen dafür schlichtweg die Worte. All das belastet mich psychisch sehr, und ich würde mir wünschen, dass wir friedlich, respekt- und verständnisvoll miteinander umgehen – gerade jetzt brauchen wir alle Zusammenhalt, Zuspruch und Nähe! Ich würde mir wünschen, dass alle Ansichten und Argumente gehört und unzensiert zugänglich gemacht werden – solange es sich nicht um Hassreden oder dergleichen handelt. Dass jede Meinung zählt und respektiert wird statt eine Ansicht als die einzig richtige zu verkaufen. Ich wünsche mir, dass jeder sich eine eigene freie Meinung bilden kann anstatt manipuliert oder dafür beschimpft zu werden. Alles Dinge, die ich für selbstverständlich gehalten habe – was sie zumindest aktuell aber leider nicht mehr zu sein scheinen…

    Antworten
  3. Uwe Meyer

    Ihr Lieben, egal von welchem „Lager“ …

    LAGER ? Schon schlimm, welche Worte all überall benutzt werden, oder ?

    Warum eigentlich ?

    Warum werden immer wieder wie Flugzeugabsturz, Überlastung, Krieg, Rechte, Nazis und ähnlich völlig überzogene Vokabeln benutzt ? …..Um Angst zu schüren…

    Die Mehrzahl der großen Nachrichtenmedien haben – für mein Gefühl – genau wie die PolitikerInnen, viele Hemmungen verloren und vollführen einen „Wortkrieg“ gegen jede/n, der nicht folgt ( wann mußten die Menschen folgen, in welchen Jahren ? Bedingungslos ! )

    Wer das einmal versucht für sich sichtbar zu machen um dann die Realität besser einschätzen zu können, sollte sich aus dem NLP einfach mal mit den Begriffen FRAIMING und dem META-MODELL der Sprache in Ruhe, aber bewusst beschäftigt !

    Ich bin als Co-Trainer in mehreren NLP Ausbildungen seit Okt. letzten Jahres dabei gewesen.

    Auf die Frage vieler TeilnehmerInnen : Uwe, wie sollen wir denn die Sprachmuster des Meta-Modells am Besten lernen, antwortete ich : Druckt Sie Euch aus und schaut heute Abend nach dem Kurs Tagesthemen und die speziell zu C…na Ihr wisst schon was… dann werdet Ihr mind. 3-6 live erleben

    Kurze Stille, ein -zwei Beispiele von mir und schon haben Sie verstanden, was täglich in den großen Medien mit uns gemacht wird – ich sag nur Bilder nächtliche LKWs durch Bergamo…

    Diese Bilder sind so tief im Angstzentrum von Vielen verankert und Herren wie Söder, Lauterbach und weitere Hetzer spielen ganz bewusst & provokativ die Propaganda-Klaviatur.

    Es wird all über all gefraimt, was das Zeug hält : Alles sterben, die nicht geimpft sind, jeden Tag ist es, als wenn es einen Flugzeugabsturz gib und so weiter….

    DOCH googelt einfach mal selbst, checkt es mal :

    KRANKENHAUSÜBERLASTUNG und setzt das Jahr 2016 -dann mal 2017 – dann mal 2018 ein und Ihr seht, es war IMMER ! fast das Gleiche…auch das sind die Fakten…

    Ich habe bisher nur falsche Prognosen entdeckt, keine ich nenne es lieber Prophezeiung ist davon eingetreten ! ( Vor allem keine von Karl Lauterbach 😊 )

    Außer eine Triage, nämlich schon im März z.B. in der österreichischen Kinder & und Jugendpsychatrie ( durch die Maßnahmen )

    Aber die Meisten sind in der KOGNITIVEN DISSONANZ gefangen und solange sie nicht Ihre Quellen und Ihr Umfeld ändern, werden sie es auch bleiben. Und zuzugeben, dass man einfach – ohne selbst mal zu hinterfragen – stumpf einer Meinung ! mehr ist es nicht, gefolgt ist, tut weh !

    Und obwohl seit Jahrzehnten ! bekannt, dass das Gesundheitssystem, auch in Deutschland öfter Mal ( und das hat nichts ! mit Covid – 19 zu tun ! ) überlastet ist…

    Nun hatten die PolitikerInnen WIEDER mehr als 20 Monate Zeit, das Gesundheitssystem zu entlasten und besser aufzustellen, doch stattdessen wurden Gelder für sinnlose Impfwerbung ausgegeben…

    Wer vulnerabel ist, z.B. durch schwere Vorerkrankungen oder wie Martin es von sich selbst sagte :

    Zu dick, kein Sport und eine schlechte Ernährung „nutzt“, kann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überlegen ! ob eine Impfung Sinn macht. Alle anderen lasst bitte damit in Ruhe, denn nachweislich ( neuste Schwedische Studien mit 1,6 Millionen untersuchten Menschen, sind auch Geimpfte genauso ansteckend, wie Ungeimpfte – aktueller Stand mind. 3 Tage ! und wenn Ihr in diesen drei Tagen eben nicht Euren gesunden Menschenverstand – der über Jahrzehnte in der Leistungsgesellschaft sowieso in Bezug auf Ernährung, Stress etc. verloren gegangen scheint, nutzt, sind ALLE GEIMPFTEN genauso mögliche ! ÜberträgerInnen.

    Das sind die aktuellen Fakten.

    Wir unterstützen unser auf allen Ebenen in einer großen Gemeinschaft, die sich durch alle Maßnahmen Dienstags Abends trifft, alle im Vertrauen und die Menschen kommen aus bis zu 100 Kilometern, unterschiedlichen Landkreisen etc. gern immer wieder zusammen. Zahnärzte, Pastoren, Lehrerin, Handwerksmeister, Trainer, Coaches, Ingenieure, Hausfrauen und -männer, alles dabei. Ein Geschenk, damit man durch den äußeren Einfluss nicht verzweifelt und irgendwann an seinem Intellekt zweifelt.

    In Liebe, passt auf Eure Gedanken auf, denn sie werden Eure Taten 😊

    PS : Und wer einmal mit über 350.000 Menschen in Berlin am 29.8.2020 3 min meditiert hat, wird dies nie vergessen…Das waren die echten Bilder aus BERLIN mit 98 % ganz normalen! Menschen.

    Aber das waren ja alles ….na Ihr wisst schon gut informiert wer 😉

    Antworten
  4. Rica

    Was ich spannend finde:
    Martin, Du hast ein paar Fragen gestellt (Danke!)- und fast keine:r hat sie hier beantwortet.
    Dabei finde ich die Beantwortung Deiner Fragen viel dienlicher, als die eigene Meinung kund zu tun. Zum Zuhören und zum Austausch gehört es nach meiner Erfahrung, meine Meinung nach hinten schieben zu können. Klingt etwas besserwisserisch, ist jedoch nett gemeint.

    Ich werde mich mal daran versuchen:
    Wie geht es Dir mit der Corona-Geschichte? Wie sicher allen, nicht gut. Doch ich habe keine Angst vor Corona. Sie ist Teil meines Lebens und ich versuche, das allerbeste in jedem Moment zu sehen. Ich versuche, mein Vertrauen ins Leben zu stärken und gleichzeitig die Demut zu behalten, dass ich nicht alles im Griff haben kann. Ich habe auch kein Recht auf ein schicksalsfreies Leben. Und so versuche ich auch mit Würde und guter Laune zu tragen, dass ich nach meiner Covid Erkrankung vor über einem Jahr an Long Covid erkrankt bin. Mich meist wie 95 Jahre alt fühle (ich bin deutlich jünger) und inzwischen Blutwäschen erhalte.
    Was bewegt Dich dabei? Zu viel, als dass ich es hier aufschreiben möchte.
    Wovor hast Du eventuell Angst?
    Ich wundere mich, dass ausgerechnet beim Thema Corona kollektiv so viel über Nebenwirkungen gesprochen wird. Z.B. über die Nebenwirkung der Lockdowns und der Impfung. Wieso sprechen wir nicht mit der selben Leidenschaft über die Nebenwirkung von Ibuprofen oder der Tetanus Impfungen? Oder von der Nebenwirkung in Schulen gehen zu müssen? Oder über die Nebenwirkung des Klimawandels? Oder die Nebenwirkung des Autofahrens, die täglich Millionen Tiere tötet und ab und an auch Menschen? Oder die Nebenwirkung von Handy- oder E-Bike Akkus, die ab und an einfach explodieren können? Über die Nebenwirkung von Hartz IV? Über die Nebenwirkung des Schutzwalls Europa? Oder über die Nebenwirkung von Geld als Tauschmittel?
    Das macht mir Angst.
    Es scheint mir, dass Corona bei einigen Menschen ein kollektives Trauma triggert, das ich mir nur aus unserer kollektiven Vergangenheit erklären kann. (Nicht falsch verstehen. Es ist total ok traumatisch getriggert zu sein-egal aus welchem Grund ;-)!!! und ich schreibe: mir scheint!) Mir scheint es, dass dort, wo dieses Trauma aufflammt sich wie eine self fullfilling prophecy anbahnt? Wie um noch einmal durchzugehen durch das alte Trauma. (Hoffentlich nicht)
    Es macht mir Angst, wenn Menschen, sich bei vor allem bei Youtube informieren, obwohl wir alle wissen, dass Youtube von unserer Wut, unseren Ängsten, Verzweiflung und von Spaltung lebt.
    Angst macht mir, wenn ich in Gesprächen, weil ich zu anderen Schlüssen komme als mein Gegenüber, als „gleichgeschaltet“ bewertet werde. Das ist für mich Totalitarismus (wenn Du nicht meine Meinung hast, bist Du gleichgeschaltet oder angepasst- Du bist falsch, ich bin richtig) Ich habe Angst vor Totalitarismus. Ich habe Angst vor Richtig und Falsch

    Was wünschst Du Dir? Ich wünsche mir, dass wir alle weg kommen von unseren Meinungen. Dass wir nicht, wie auch bei vielen Kommentaren geschehen, versuchen zu überzeugen. Sondern hinschauen, hinhören. Erkennen: wo stehst Du? Was ist in Dir? Ich wünsche mir, dass wir selber die Verantwortung für uns und unsere Traumata übernehmen und nicht in ein kollektives Trauma verfallen. Dass wir persönlich von unseren Gefühlen und Bedürfnissen reden.
    Ich würde mir wünschen, dass alle Menschen, für die eine Impfung nicht ausgeschlossen ist, den Hintern hoch bekommen und diese Impfung machen, damit wir KEINE Impfpflicht bekommen. Denn das fände ich unfassbar schade für uns als Gesellschaft.
    Welche Lösungen siehst Du?
    Zuhören. Akzeptanz. Unsere Feindbilder lieben lernen.

    Was kannst Du an der anderen Seite schätzen – auch wenn Du bei Deiner Meinung bleibst? Ich habe schon viel mit Menschen geredet, die Corona anders erleben als ich. Ich spüre auch ihren Sorgen. Und meist kann ich die Sorgen teilen. Ich komme einfach zu anderen Schlüssen. Und das ist an sich erst einmal überhaupt nicht schlimm sondern Teil von uns als Menschheit.

    Ich wünsche uns, dass wir wieder zu unterschiedlichen Schlüssen kommen dürfen. Ich wünsche mir den Ball flach zu halten. (wahrscheinlich ein frommer Wunsch, denn Ball flach halten und Trauma passen nicht gut zusammen?) Ich wünsche mir Beruhigung.
    Ich würde sehr gerne andere Beantwortungen von Martins Fragen lesen. Das würde mir Verbindung schenken.

    Antworten
    • Martin Weiss

      Liebe Rica

      danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, auf meine Fragen zu antworten.

      Auch wenn sich nicht jeder an meine Fragen gehalten hat, so freue ich mich dennoch sehr, dass wir es geschafft haben, hier so friedlich zu diskutieren. Das ist in Zeiten wie diesen etwas besonderes, finde ich.

      Was Deine Ausführungen zum kollektiven Trauma angeht: Das sehe ich genau so. Wir sind speziell in Deutschland traumatisiert, was den Umgang mit Autoritäten angeht. Viel, wenn auch nicht alles, hat mit Erfahrungen von Staatsgewalt, Diktatur und Verfolgung von Andersdenkenden aus früheren Zeiten zu tun. Vergleiche zum Faschismus finden sich auch hier in den Blogbeiträgen.

      Eine weitere, eher weltweit geschürte Trauma-Angst geht gegen eine globale Elite, die im Hintergrund die Fäden zieht. Dazu zähle ich zum Beispiel Ängste gegen Bill Gates oder Klaus Schwab (»The Great Reset«) vom Weltwirtschaftsforum, aber auch die Ängste, die durch Qanon geschürt werden und die sich gegen eine Gruppe der liberalen Elite richtet.

      Corona ist in meinen Augen eine ideale Projektionsfläche für die Ängste aller Menschen. Mal sind es korrupte Politiker, gegen die sich die Furcht richtet, mal gewissenlose Wissenschaftler und Ärzte, mal die Superreichen und so gut wie immer irgendeine Gruppierung, die abweichendes Gedankengut hegt – ganz egal ob es sich um Meinungen aus dem linken oder rechten Lager oder aus dem der Impfbefürworter*innen oder Impfskeptiker*innen handelt.

      Last but not least haben sich in den Dialog auch Kräfte eingemischt, die von dem Dissens leben. Facebook beispielsweise, die alle hetzerischen Beiträge samt Kommentaren ganz nach oben in ihre Timeline stellen, um die Leute noch mehr an ihre Plattform zu binden.

      Das größte Problem ist jedoch, dass viele Menschen schlicht und ergreifend Angst haben und deswegen alles durch einen Filter wahrnehmen. Angst vor gesundheitlichen Schäden (durch Corona und/oder Impfung), Angst vor wirtschaftlichen Verlusten, Angst vor Diktatur oder Angst vor Isolation und Entfremdung.

      Sobald Menschen Angst haben, fallen sie oft den Mustern des Stammhirns zum Opfer: Angreifen. Flüchten oder Anpassen.

      Deswegen wird der Dialog oft nicht mehr sachlich geführt. Und deswegen hat sich meines Erachtens auch die ganze Diskussion um das Corona schon früh in einen eskalierenden Teufelskreis verstrickt: Die Angst der Politiker, dass eine Pandemie in unvorstellbarer Anzahl Menschenleben vernichten und unsere soziale wie wirtschaftliche Ordnung aushebeln kann, hat dazu geführt, dass andersdenkende Menschen und Expert*innen schon früh unverhältnismäßig hart angegriffen wurden, was wiederum deren Widerstand befeuert hat.
      Viele Diskussionen sind deswegen heute nicht von Austausch sondern von Rechthaberei motiviert. Kaum jemand hört noch zu, viele wollen einfach nur, dass sie endlich mal gehört werden.

      Diesen Teufelskreis können wir nur verlassen, in dem einfach einzelne Leute aus beiden Lagern anfangen, auf die anderen zuzugehen und zuzuhören.

      Der Zeitpunkt dazu ist jetzt.

      Danke für Deinen Beitrag, Rica. Und danke an alle, die hier mitdiskutieren. Ihr seid großartig.

      Und Dir, liebe Rica, wünsche ich gute Besserung.

      😉

      Martin

    • Sonja

      Liebe Rica
      Dein Beitrag berührt mich sehr. Danke für dein Teilen. Ja ich finde auch, dass man über die Nebenwirkungen von all den anderen Dingen, die du aufgezählt hast reden sollte. Tut man ja zum Teil auch.
      Ich habe oben zum Beitrag von Tobias eine Antwort geschrieben und wie es mir mit Corona geht.
      Ich wünsche dir auch alles Gute für deine Gesundheit und dass du einen Weg findest, wie es dir wieder besser gehen kann.
      Meine TCM Therapeutin meinte übrigens, dass die TCM gute Therapieerfolge habe. (Traditionelle Chinesische Medizin) Vielleicht kannst du damit etwas anfangen.

      Von Herzen alles Liebe

      Sonja

  5. Julia

    Ich kann jeden verstehen, der sich impfen läßt und jeden, der es nicht tut. Die einen haben im Umfeld nur Leute, die die Impfung gut vertragen haben, andere eben Leute, bei denen es Nebenwirkungen gegeben hat. Die einen haben ein erhöhtes Risiko, weil sie zum Beispiel Vorerkrankungen haben, beruflich in Risikogebiete reisen müssen oder mit Erkrankten zu tun haben. Andere leben ländlich oder sozial isoliert und schätzen ihr persönliches Risiko geringer ein. Die einen wollen ein „normales“ Leben zurück und lassen sich impfen, die anderen ihre Gesundheit behalten und tun es nicht. Jeder hat seine Gründe und sollte meiner Meinung nach auch seine eigene Entscheidung treffen dürfen.
    Übertragen wird das Virus doch von Infizierten (meist ungeimpft, aber manchmal auch geimpft), die es nicht wissen. Daher frage ich mich, was dagegen spricht, alle zu testen, die sich unter größere Menschenmengen (Kino, Stadion usw.) mischen wollen, unabhängig vom Impfstatus. Wäre das nicht nachvollziehbar, fair, solidarisch und einfacher umsetzbar, als das Regel-Durcheinander pro Bundesland? Und wer sich selber zusätzlich schützen möchte, läßt sich impfen. So könnte doch ein Miteinander ohne Bashing funktionieren, oder sehe ich das zu naiv?
    In diesem Sinne wünsche ich allen eine friedliche, gesunde und gemeinsame Weihnachtszeit!

    Antworten
    • Iris

      Hallo,
      Ich habe einige Kommentare gelesen und ich kann auch beide Seiten besser verstehen.
      Danke für den Austausch und die Bereicherung.
      Ich vertraue da meiner Intuition. Auf mein Frage, ob ich mich impfen lassen soll kommt: nicht in diesem Jahr. Die Antwort kommt klar herrüber und sie kommt von meiner Intuition.
      Was nächstes Jahr ist , das weiß ich nicht und da bekomme ich keine Antwort. Klar habe ich jetzt mehr Einschränkungen, im Moment kann ich damit ganz gut umgehen.
      Was mich wirklich beunruhigt ist diese Kluft die entsteht. Ich nehme mich da auch gar nicht von aus. Die Frage die sich stellt ist: Wie können wir wieder Brücken bauen? Da leistete Martin richtig gute Arbeit. @Martin vielen Dank, das du ein Vorreiter ist und uns die Möglichkeit gibt’s umzudenken und den Austausch ermöglichst.
      Was können wir tun? Für mich fühlt es sich so an als, wenn es sich mehr um innere Arbeit geht. Es zeigen sich folgende Schritt:
      – hier den Blog weiterlesen und schauen ,wo triggert es und da genauer hinschauen
      – wenn ich morgens innerlich auf den Tag vorbeitet die Gemeinschaft und die Brücke wahrnehmen

      Wie seht ihr das? Ist das Brücken bauen auch wichtig für euch?
      Ich wünsche euch eine wunderschöne Adventszeit.🕊️. Iris

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