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Eine Botschaft aus der Ukraine

Eine Botschaft aus der Ukraine

Autor

Martin Weiss

Datum

17 März 2022

Kategorien

Vor einigen Tagen habe ich meinen ehemaligen ukrainischen Entwickler, Ruslan Dobrovolsky, angeboten, dass er mit seiner Familie bei mir unterkommen kann.

Hier ist seine Antwort.

Hi Martin

danke. dass Du Dich um mich und meine Familie und sorgst.

Wir sind in der Ukraine an einem ziemlich ruhigen Ort – ganz im Gegensatz zu unserem Zuhause nahe Kiew, wo gerade gekämpft wird.

Ich habe nicht vor, das Land zu verlassen und deswegen weiß ich nicht, wie Du meiner Familie und mir helfen kannst.

Aber ich weiß, wie Du die Ukraine und die gesamte zivilisierte Welt unterstützen kannst: Lass Deine Regierung wissen, dass sie die faschistischen Russen nicht weiter unterstützen sollen.

Wir kämpfen seit 2014 und für uns geht es nicht darum, der EU oder der NATO beizutreten. Wir kämpfen um unser freies Land und um uns Ukrainer, weil die Russen angebliche »Fehler der Geschichte« korrigieren wollen, in dem sie unseren Staat und unsere Menschen zerstören wollen.

Wir werden das niemals zulassen, aber wer mit dem Aggressor kooperiert, befleckt sich.

Seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine in 2014 weigert sich Deine Regierung, die Ukraine in die NATO und in die EU aufzunehmen.

Eure Regierung arbeitet nach wie vor mit den Russen zusammen, in dem sie sich gegen ein Energieembargo für die Russen stellt und Waffenlieferungen für uns blockiert.

Das ermuntert die Russen zu noch mehr Gewalt und Verbrechen gegen die Menschen.

Denk dran: Wenn Du Dein Zuhause mit russischen Gas heizt, klebt daran das Blut der Menschen, die im Bombenhagel von Mariupol gestorben sind.

Nur ihr Deutsche könnte Eure Elite unter Druck setzen, dass sie aufhören, mit den Russen zu kooperieren, und fortfahren, die Menschen in der Ukraine zu unterstützen.

So kannst Du uns helfen.

Ruslan

Mir ist klar: Was Ruslan und die anderen Ukrainer sich von uns wünschen, kann Ängste auslösen.

Was, wenn wir eine große Wirtschaftskrise auslösen? Ich bin kein Politiker und kann die Auswirkungen eines Stopps der Gas-, Öl- und Kohlelieferungen nicht beurteilen.

Was ich jedoch weiß: Wie wir die Angst entmachten und anfangen können, weitere Lösungen zu finden, wie wir die Ukrainer unterstützen können.

17 Kommentare

  1. Günter

    Ich bin sehr unsicher, die Lage zu beurteilen.
    Mich erreichen auch Berichte, die Russen sind willkommen, um die ukrainische, faschistische Regierung zu beseitigen.

    Antworten
  2. Dagmar

    Naja, ich werde nicht gerne aufgehetzt. Das bringt mich eher dazu, einen guten Schritt wegzutreten und mich zu fragen, was passiert da wirklich. Und warum. Zur Zeit schaue ich mir die Vorträge von Daniele Ganser an, um genau den Punkt zu 2014 zu verstehen. Das ist interessant. Willkür erschreckt mich sehr viel mehr, als wenn ich feststellen muss, ja, oh doch, da gibt es einen sehr guten Grund für diesen Angriff. Das wissen die Ukrainer genau, da wissen die Russen und vor allem die Amis, die seit Jahren!! ordentlich im Hintergrund zündeln.

    Antworten
    • Martin Weiss

      Ich halte es für sehr wichtig, dass man für die eigenen Emotionen die volle Verantwortung übernimmt.

      Worte können Dich nicht aufhetzen, nur Deine Interpretation davon.

    • Martin Weiss

      Die Aussage »da gibt es einen sehr guten Grund für diesen Angriff«, halte ich offen gesagt für vollkommen unangemessen.

      Nichts auf der Welt kann das Leid dieses Krieges begründen.

      Ich hoffe sehr, dass Du das nicht so gemeint hast.

    • Dagmar

      Gute Gründe sind nicht automatisch richtig, weise oder hochspirituelle. Krieg ist superscheiße und trotzdem flammt jetzt schon wieder diese Begeisterung dafür auf. Von Heldentum und Vaterlandstolz. Das ist mir ein Rätsel. Man muss in diesem Fall erst einmal verstehen, was da passiert, die Vorgeschichte kennen und dann kann man sich wirklich dazu äußern. Es lohnt sich das Video da unten anzuschauen, das ist ein Vortrag von 2015. Ist jetzt auch nicht die ganze Wahrheit. Man muss da ein bisschen pfrimeln und suchen.
      https://www.youtube.com/watch?v=_sMfNmx0wKo

    • Martin Weiss

      Liebe Dagmar

      was Du schreibst, finde ich sehr sympathisch.

      Das Video habe ich mir angesehen.

      Was Daniele Ganser beschreibt, deckt sich auch mit anderen Aussagen aus ganz anderen Ecken (Siehe https://www.amazon.de/gp/product/B01G1SC0SY/ref=dbs_a_def_rwt_hsch_vapi_tkin_p1_i0).

      Am Ende des Videos bringt Ganser etwas ganz Wesentliches auf den Punkt, wenn er sagt, dass Konflikte in Ordnung sind, »aber wir dürfen Konflikte nicht mit Gewalt lösen.«

      Ich bin Dir sehr dankbar für den Tipp, denn das Video hat mich sehr nachdenklich gestimmt, Nicht, weil die Informationen neu für mich waren. Sondern aus einem anderen Grund, zu dem ich in Ruhe separat schreiben werde.

      Ich muss das erst sacken lassen.

      Danke für Deine Antwort: Das war sehr inspirierend.

      😉

      Martin

  3. Sabine

    Aufgehetzt werden, egal von welcher Seite, macht in der Tat nichts besser. Es verschlimert die Situaion eher, da man in emotionaler Aufwallung keinen klaren Geist mehr hat und die Dinge nur noch aus einem sehr verengten Blickwinkel wahrnimmt.

    Ich halte es mit der sehr treffenden Aussage: „Fighting for peace is like fucking for virginity.“

    Das heißt, ich plädiere vor allen Dingen für deeskalationsfördernde Verhaltensweisen und Taten und habe deshalb meine Spende auch an NGOs gemacht, die in der Ukraine auf der Basis gewaltfreier Kommunikation und emphatischen Zuhörens aktiv sind.

    Antworten
    • Martin Weiss

      Das finde ich richtig gut, Sabine.

      Deswegen auch mein Artikel »Nur Mut«.

      Gerade jetzt ist es wichtig, den Fokus auf das zu lenken, was wir als wichtig erachten. Deeskalation. Empathie. Miteinander.

  4. Martin Weiss

    Was mich etwas wundert, warum bisher niemand auf das Anliegen von Ruslan eingegangen ist.

    Wie gehen wir damit um, dass wir mit unserem Geld einen barbarischen Krieg mitfinanzieren?

    Ich gebe zu, dass ich bisher keine Antwort darauf gefunden habe.

    Aber die Tatsache, dass wir quasi eine Doppelmoral leben, wenn wir den Krieg ablehnen und ihn doch finanzieren, bleibt meines Erachtens.

    Ich finde das sehr, sehr schwierig und freue mich auf Gedankenimpulse von Euch.

    Antworten
    • Sabine

      Lieber Martin,

      ja, es ist sehr schwierig, nicht nur in dieser Situation. Mein vorheriger Kommentar war durchaus eine Antwort auf die Frage.

      Meine Antwort lautet: selbst aktiv werden wie auch immer es gerade für einen passend und möglich ist.

      Von der Regierung zu erwarten, dass sie Menschlichkeit an die erste Stelle stellt, ist leider – wie sich unzählige Male gezeigt hat, eine Einladung zum Warten bis man Moos angesetzt hat.

      Keines unserer drängenden Herausforderungen ist je wirklich herzoffen, wandelfreudig und nachhaltig angegangen worden.

      In jedem anderen Job kann man Menschen, die ihre Arbeit nicht den Erfordernissen entsprechend tun nach Abmahnung kündigen, nur nicht wenn es um die Jobs an der Spitze der Machtpyramide geht und die Arbeitgeber das Volk sind…

      Auch jetzt sieht man ja, dass nur wieder ein Quick Fix versucht wird, Russland gegen Katar, wobei Katar mit den Menschenrechten auch nicht viel am Hut hat. Man versucht also nur mal wieder das eigentliche Problem unter den Teppich zu kehren und eine weitere Notreparatur zu machen.

      Ich bin mittlerweile nach unzähligen politischen Aktionen, Petitionen, persönliche Schreiben an KanzlerIn und PolitikerInnen zu der Erkenntnis gekommen, dass WIR diejenigen sind, auf die wir gewartet haben.

      Grundlegende Veränderung zum Wohle der Gesamtheit ist fast immer aus der Bevölkerung selbst hervorgegangen und die Politik hat dann bestenfalls nachgezogen, wenn sie merkte, dass praktisch schon ein fait accomplit geschaffen worden war und ihnen nichts mehr übrig blieb als mitzuziehen, damit sie ihre Posten nicht verlieren.

      Tatsächlich haben wir jetzt gerade mal eine unfassbar erstaunliche und daher umso mehr erfreuliche Ausnahme in der Bürgermeisterin von Graz, die tatsächlich zwei Drittel ihres Gehalts durchgängig für soziale Zwecke einsetzt.

      Doch bisher ist sie die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

      Also, WIR sind hier selbst gefragt mit unserem Herzen, unserer Seele und unserem Verstand uns vielfältig, bunt und bestmöglich einzubringen um die Veränderungen in Gang zu setzten, die wir uns für uns und nachfolgende Generationen wünschen.

      Wunder sind nur so lange Wunder so lange man theoretisiert. Jeder kleine Schritt hin zum Leben, zur Lebensfreude und Verbundenheit mit uns selbst und der Welt macht aus Wundern mögliche Erfahrungen. Let’s do it! 🙂
      So z.B. https://www.youtube.com/watch?v=zMdGLB4ZWk8

    • Martin Weiss

      »WIR diejenigen sind, auf die wir gewartet haben.«

      Wie recht Du hast!

      😉

      Martin

      PS: Geiles Video

    • Andreas

      Sorry, Martin, aber wo soll ich bei Ruslans Nachricht anfangen. NLP technisch könnte man sagen, da stecken so viele Vorannahmen drin, da ist kaum durchzukommen.
      Zb: „faschistische Russen“: impliziert ja, dass alle Russen in Russland und auch die im Ausland leben Faschisten sind. Viele Russen sind auch gegen den Krieg.
      „Wenn du deine Wohnung mit russischem Gas heizt, klebt Blut an deinen Händen“: Echt? Hab keines gesehen. Wer wird hier veräppelt? Die Ukraine verdient ja selbst daran, das russische Gas kommt ja über die Ukraine nach Deutschland. Und die Ukraine kassiert eine Durchleutungsgebühr. Die Ukraine könnte die Durchleitung ja selbst stoppen. Russland ist ja alles andere als isoliert. Wenn man Zeitung liest, hat man den Eindruck, dass die ganze Welt die Sanktionen unterstützt. Pustekucken! Genau genommen, ist es nur Nordamerika, Europa und Ozeanien. Und nicht verkauftes Öl geht jetzt halt mit 20% discount nach China, Indien und Pakistan.
      Es geht ja auch nicht nur ums Gas und Öl. Russland liefert auch viele Metalle und andere Rohstoffe, ohne die in der deutschen Industrie gar nichts geht. Und da gibt es oft keine alternativen Lieferanten. Da hilft auch kein Bückling vom Vize-Kanzler. Bei manchen Rohstoffen ist der Markt echt eng.
      Kurze Nebenfrage: sind Russen auch Menschen? Wenn die Waffenlieferungen welche von der Ukraine immer wieder gefordert werden, töten natürlich russische Soldaten. Mehr Waffen bedeuten immer mehr Tote.
      Einfach auch mal bei Google oder YouTube nach dem ukrainischen Nationalhelden suchen: Bandera
      Ok, ist lange her, aber die aktuelle Führung scheint ja dergleichen Gesinnung zu sein.

    • Martin Weiss

      Hallo Andreas

      Du fragst, wo Du bei Ruslans Nachricht anfangen sollst?

      Die Frage kann ich Dir direkt beantworten: Bei Dir.

      Ich kenne mich mit NLP recht gut aus, und ich kann Dir versichern, dass Dein Beitrag ebenfalls »Vorannahmen« beinhaltet.

      Als nächstes lege ich Dir nahe, etwas Mitgefühl für Ruslan zu entwickeln.

      Er hat mir zu einem Zeitpunkt geschrieben, als eine brutale und menschenverachtende Macht in seine Heimat eingefallen ist, um ihn, seine Familie und all die Menschen, die er liebt und die ihm wichtig sind, zu unterjochen oder zu töten. Er musste mit seiner Familie aus Kiew fliehen, um sich vor den Bomben und Panzern in Sicherheit zu bringen, die ganze Städte in Schutt und Asche gelegt und Tausende seiner Landsleute verwundet und umgebracht haben.

      Ich bin wie Du der Meinung, dass eine Pauschal-Verurteilung der Russen nicht der richtige Weg ist. Zugleich aber stimme ich Ruslans Einschätzung zu, dass es sich bei den Machern hinter dem Krieg um eine brutale, diktatorische Regierung handelt, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um ihre Gier nach Macht zu befriedigen. Es handelt sich hier um einen Angriffskrieg von einem Menschen, der Dir, mir und allen anderen Menschen der Nato-Länder gedroht hat, eine Atombombe auf sie zu werfen, falls sie es wagen, gegen ihn aufzubegehren.

      Deine vollkommen richtige Bemerkung, dass die Waffen, die die Ukrainer zu ihrer Selbstverteidigung angefordert haben, ebenfalls Russen töten, führt mich zu der Frage, was die Ukrainer Deiner Meinung tun sollen: Die Zerstörung ihrer Heimat hinnehmen? Es zulassen, dass Millionen von Kindern schwere seelische Traumata erleiden, deren furchtbare Last sie vermutlich für viele Jahre oder Jahrzehnte tragen müssen und möglicherweise an ihre eigenen Kinder und Enkel vererben? Es akzeptieren, dass die Menschen, die sie lieben, von den Aggressoren verkrüppelt, verstümmelt und erschlagen werden?

      Ich weiß, das sind furchtbare und schmerzhafte Fragen. Aber nicht ich stelle sie, sondern das Leben stellt sie Dir, mir und uns allen.

      Und meine Antwort lautet: Die Ukrainer haben selbstverständlich das Recht, sich zu verteidigen.

      Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass jeder Russe, der als Soldat in die Ukraine einfällt, um die Machtinteressen des Kreml mit Gewalt und Totschlag umzusetzen, wissen muss, dass er nicht nur das Leben anderer Menschen auf’s Spiel setzt, sondern auch sein eigenes.

      Mir tut es leid um all die Menschen, die diesem unmenschlichen und barbarischen Krieg zum Opfer fallen. Aber wer auf der Seite der Aggressoren steht und Leid über Menschen bringt, die ihm nichts getan haben, der muss in Kauf nehmen, dass er auf Gegenwehr stößt und im schlimmsten Fall sein Handeln mit dem Leben bezahlen muss.

      Es steht jedem einzelnen Soldaten frei, das Töten zu beenden. Wie ich gelesen habe, tun das wohl auch einige. Sie zerstören die Kriegsgeräte, desertieren oder begeben sich in Gefangenschaft.

      Jeder Mensch hat eine Wahl, und wofür auch immer er sich entscheidet, er muss mit den Konsequenzen leben.

      Und auch die eigentliche Frage, die Ruslan gestellt hat und weswegen ich seine Nachricht ungeschminkt hier ins Netz gestellt habe, bleibt: Wie gehen wir damit um, dass wir Gas, Öl, Kohle und – wie Du schreibst – Metalle etc. von einer Macht beziehen, die Krankenhäuser und Schulen zerbombt, tausende von Menschenleben auf ihrem Gewissen hat und Millionen aus ihrer Heimat vertrieben hat?

      Man kann diese Frage auch noch weiterdenken: Wie gehen wir damit um, dass im Namen des Westens die gleichen Gräuel im Irak oder in Afghanistan angerichtet worden sind?

      Und wie können wir den Teufelskreis aus Gewalt und Gegengewalt beenden? Wie gehen wir Friedfertigen damit um, dass ein rücksichtsloser, barbarischer Despot sich einen Dreck um Menschenleben schert und ganze Städte auslöscht?

      Das sind harte und sehr schwierige Fragen, auf die es manchmal keine einfachen Antworten gibt.

      Mit dem Finger auf die Ukrainer zu zeigen und ihnen vorzuhalten, dass es in ihrem Land ebenfalls Faschisten gibt, ist meines Erachtens weder geeignet, den Konflikt zu entschärfen, noch die Fragen zu beantworten, die Ruslan und ich aufgeworfen haben.

      Martin

    • Andreas

      Hey Martin,

      das mit den „Vorannahmen“ habe ich geschrieben, weil wir ja beide einen starken NLP-Hintergrund haben. Natürlich enthalten sowohl auch meine als auch deine Antwort viele Vorannahmen. Wie du genau weißt, sind die Vorannahmen nicht das Problem an sich, aber es können sich dann auch schnell gewisse Logik-Ketten einnisten, denen sonst so kaum jemand zustimmen würde. Ich denke, dass passiert hier gerade massiv.
      Bei den meisten Punkten sind wir doch ziehmlich nah beieinander, auch wenn es in deiner Antwort nicht so aussieht. Ich denke, jeder der schon mal eine Beziehung hatte, wo es dann richtig Krach gab, weiß doch (wenn er ehrlich zu sich selbst ist), dass da nie nur eine Seite Schuld ist. Genau so sieht es aber im Moment in den Medien aus. Wenn du als Coach einen Streit bei einem Paar coachst, hörst du dann nur einer Partei zu? Natürlich nicht, die Frage ist so dumm, dass ich Sie eigentlich weglassen sollte. Aber hast du dir auch mal die Russen angehört? Weisst du, warum die Russen angegriffen haben (zumindest nach Ihrer eigenen Darstellung)? Also was sagt z.B. der russische Außenminister Lawrow? Vielleicht hast du das getan, vielleicht nicht. Ich weiss es nicht. Was ich aber weiß, dass wenn du einen Streit bei einem Paar coachen würdest, dann hättest du es getan.
      Natürlich hat die Ukraine das Recht sich zu verteidigen. Aber das eine Pazifismus-Partei wie die Grünen schwere Angriffswaffen liefert, wundert schon sehr. Der Krieg könnte ja schon längst vorbei sein, hätte die Regierung der Ukraine anerkannt, dass die beiden Regionen im Osten (wo überwiegend Russen leben), politisch unabhängig werden. Laut der russischen Regierung werden dort seit Jahren Russen getötet und dies ist laut der russischen Regierung der Grund für den Angriffskrieg.
      Mir gefällt der Krieg auch nicht, aber ich frage, mich was unsere Optionen sind. Viele Importländer, aber auch viele Exportländer von Deutschland sind doch zweifelsfrei keine lupenreinen Demokratien. Wenn wir aber nur noch Business mit Ländern machen können, die komplett unsere Werte teilen, dann reden wir hier nicht von einer Rezession, dann bekommen wir eine Weltwirtschaftskrise wie Ende der 30er. Wir haben ja die letzten zwei Jahre gesehen, dass der Staat gerne in die Bresche springt und versucht mit allerlei Hilfsprogrammen, die Schäden abzufangen. Aber die Ergebnisse fangen wir auch auch gerade an zu sehen. Extrem steigende Inflation. Youtube mal nach Prof. Sinn. Die Porduzentenpreise sind so stark gestiegen wie seit Ende des 2.Weltkrieges nicht mehr. Und da ist noch nicht einmal der volle Effekt vom Ukraine Krieg enthalten. Diese steigenden Produzentenpreise werden erst in den nächsten Monaten in der Inflation landen. Erinnere dich einfach an meinen Kommentar, wenn die Inflation in Deutschland zweistellig wird. Vielleicht denkst du, dass ich mit der Inflation vom Thema abkomme. Aber im Endeffekt geht es ja genau darum. Ruslan hat gesagt, dass Deutschland keine Rohstoffe mehr kaufen soll. Und extreme Inflation wäre die Folge davon. Ende der 30er hat in Deutschland die Hyperinflation die Mittelschicht verarmt und damit Hitler-reif gemacht (das ist nicht meine Meinung, sondern gängige Lehrbuchmeinung in der Währungsgeschichte).

    • Martin Weiss

      Hi Andreas,

      vorab: Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, zu antworten.

      Ich finde das meiste, das du geschrieben hast, sehr plausibel. (Auf eine Ausnahme komme ich unten zu sprechen)-.

      Ich stimme Dir zu, dass die gesamte Situation nicht durch ein einseitiges Schwarz/Weiß-Denken zu lösen ist. Das gesamte Szenario ist extrem komplex.

      Weiterhin stimme ich Dir zu, dass ein sofortiger oder baldiger Import- und Export-Stopp furchtbare Folgen nach sich ziehen würde, die noch mehr und möglicherweise sogar noch größeres Leid hervorbringen könnten.

      Ich wünschte, ich hätte auf diese Probleme eine wirklich gescheite Antwort. Aber die habe ich auch nicht.

      Meines Erachtens gibt es vier Szenarien, wie das Ganze ausgehen kann.

      Erstens: Wir finden alle Frieden auf diesem Planeten und achten und wertschätzen alle Kulturen und Gesellschaftsformen. Das wäre die beste aller Lösungen. Utopia.

      Zweitens: Wir bleiben so korrupt und verlogen wie bisher und nähren eine Natter an unserem Busen, in dem wir auch weiterhin Geschäfte mit Diktatoren und Autokraten machen. Die nutzen dann unser Geld und unsere Technologie, um die Menschenrechte weiterhin mit Füßen zu treten – und uns, wie in Putins Fall, damit drohen, eine Atombombe auf uns und unsere Kinder zu werfen, wenn wir nicht spuren.

      (Dein Vergleich mit einer Paarberatung hinkt übrigens meines Erachtens an einer Stelle. Es geht ja nicht darum, dass wir es bei der Ukraine und Russland mit einer Beziehung zu tun haben, in der zwei Seiten unterschiedlicher Meinung sind, sich deswegen streiten und nun einen Mediator aufsuchen. Vielmehr gleicht die Situation einer Begegnung auf offener Straße, in der ein Mann seine Frau vor unseren Augen zusammenschlägt und uns zu erschießen droht, wenn wir uns einmischen. In dem Fall würde ich nicht weiter nachfragen, was den Mann umtreibt, sondern ihn so schnell wie möglich unschädlich machen wollen.)

      Drittens: Es kommt wie in der Ukraine zu einem weltweiten Clash der Kulturen – dritter Weltkrieg nicht ausgeschlossen.

      Viertens: Wir setzen unseren Arsch in Bewegung und finden Wege, autark zu leben, damit wir uns von den Staaten abzugrenzen, die nicht unsere Werte teilen. Wir überlassen sie dann ihrem Schicksal und kümmern uns um unsere eigenen Angelegenheiten.

      Die erste Lösung wäre die Schönste, aber ist leider recht unwahrscheinlich.

      Die zweite Lösung halte ich dagegen für recht wahrscheinlich, birgt aber die Gefahr von Szenario 3. Denn die Bereitschaft, tolerant zu sein und Brücken zu schlagen, geht meines Erachtens momentan immer weiter verloren.

      Die dritte Lösung ist ebenfalls nicht unwahrscheinlich, denn es brodelt gerade extrem.

      Die vierte Lösung wäre mir nach Lösung 1 die liebste. Am besten, wir kommen in unsere eigene Stärke. Da die meisten (vielleicht sogar alle) autokratisch oder diktatorisch geführten Staaten nicht in der Lage sind, mit der Komplexität der Welt zurecht zu kommen, geraten sie früher oder später in schwere Krisen und zerlegen sich selbst. Dann wäre der Weg frei für Lösung 1.

      Soweit meine laienhafte Einschätzung.

      😉

      Martin

  5. Georg Hartinger

    Der Bericht, die Gedanken und Wünsche von Hr. Ruslan sind absolut nachvollziehbar, alle Menschen möchten Friede haben.
    Aber es ist eben eine Darstellung aus seiner Sicht, auch seinen Erlebnissen.
    Es gibt aber auch viele Berichte wo das Militär von Putin erwünscht ist, eben eine andere Darstellung die auch seine Berechtigung haben kann, weil diese Menschen andere Lebenseinstellungen´ Erfahrungen etc. gemacht haben wie Ruslan . Ich kann es von hier aus nicht beurteilen wer da wohl recht hat und ich denke es unterliegt uns auch nicht Partei zu ergreifen und zu urteilen ,denn wir spalten damit die Menschen noch mehr. Das spalten haben wir ja eigentlich schon zu genüge mit dem ‚C‘. Was wir in solchen Situationen tun können um einen wirklichen Frieden zu unterstützen, ist dass wir an die betroffenen Menschen in der Ukraine, an alle, Gedanken, Gefühle und Emotionen des Friedens senden und das jedesmal wenn wir dran denken, oder wir uns über das eine oder andere uns aufregen, wenn wir spaltende oder schreckliche Berichte hören, lesen oder sehen, auch bei diesen in unserem eigenen Land.
    Und da beginnt der Friede der Welt, in jedem einzelnen in seinem Umfeld in seinen Situationen mit seinen Mitmenschen und vorallem mit sich selbst.
    Ich habe dazu ein Gedicht verfasst mit dem Titel: Friede für die Welt,´ was in den heutigen Tagen ja sehr bedeutend ist. Beste friedvolle Grüße Georg

    Friede für die Welt

    Friede für die Welt,
    ein Wunsch, eine Vision größer als alles Geld.
    Ein tiefes Sehnen des Menschen Herzen,
    schon seit langer Zeit, jedoch mit Schmerzen. Friede für die Welt beginnt mit Friede in des Menschen innen,
    in Vergangenheit und Jetzt, nur so kann das Leben gelingen.
    Ein jeder für sich selbst daher aufgerufen zu erkunden,
    zu allererst in sich selbst entdecken, offne Wunden.
    In Liebe annehmen, das erste ist getan,
    öffnet führend die folgend Wegesbahn. sich selbst und andern, Vergeben und Verzeihen
    aus dem Herzen klar heraus,
    wohl ein kräft‘ger Zauberschritt, löst manch altes auf.
    Nur tief im Herzen eine Heilung sich vollendet,
    das Leben sich darauf ändert.
    Zeit für sich und dem Geschehen sich zu nehmen,
    heißt Friede in die Welt zu geben.
    Diese Mühe tausendfach sich lohnt,
    altes ist nicht mehr, wie gewohnt.
    So kann Friede aus dem Herzen heraus entstehen,
    auch wenn Stürme heftig wehen.
    Sende so ein Gefühl von Friede zu erst an Deiner Selbst,
    du bist für Dich der wichtigste, im Hier und Jetzt.
    Auch an Deine Familie, Nachbarn, Mitmenschen,
    kurz an all in Nah und Fern,
    wir sind alle verbunden, auch mit die vom andern Stern.
    Gemeinsam Sein und Tun, Friede und Dank gestalten
    läßt für alle Zukunft Freude walten.
    Mensch, Tier, Pflanze so erfrischt, erblüht und neu erhellt,
    es ist Friede in der Welt.

    Hartinger Georg März 2022 http://www.hofkaeserei-hodersberg.de

    Antworten
    • Gerlinde Hofgreber

      Hallo Georg

      bitte sei doch so nett, mal ein paar Links zu den „vielen Berichten“ zu schicken, „wo das Militär von Putin erwünscht ist“.

      Ich finde es verharmlosend, dass Du angesichts der himmelschreienden Ungerechtigkeit und Grausamkeit des Krieges, von „einer anderen Darstellung die auch seine Berechtigung haben kann“ redest.

      Fakt ist doch: Russland hat hier einen Angriffskrieg gestartet und nun werden gerade in diesem Augenblick in der Ukraine Menschen auf brutalste Weise verletzt, verwundet und getötet.

      Weit über 3 Millionen Menschen sind gerade deswegen auf der Flucht.

      Du magst es als Spaltung empfinden, aber zu einer gesunden Spiritualität gehört es meines Erachtens auch, sehr wohl Grenzen zu ziehen und klar zu sagen: Bis hierhin und nicht weiter.

      Denn wenn wir für Gewalt Verständnis haben und keine klaren Grenzen ziehen, werden skrupellose Diktatoren genau das tun, was Putin in der Ukraine macht: Ein Land überfallen, weil sie ihren Durst nach Macht stillen wollen.

      Ich weiß, Du meinst es gut.

      Aber bitte versetze Dich mal in die Lage der Ukrainer, die in Angst und Schrecken leben und um ihr Leben und das ihrer Liebsten bangen.

      Ein bisschen Mitgefühl mit den Menschen, die Putin nichts getan haben und nun dennoch Opfer seiner barbarischen und menschenverachtenden Gewalt werden, erscheint mir schon angebracht.

      Gerlinde

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